- Einen Bauwagen ausbauen und drin wohnen.
Zum Beispiel so oder so oder so:
Kleine Bauwageninneneinrichtungsgalerie beim ZEIT Zünder Magazin
Der Wunsch ist schon viele Jahre alt (mindestens 12, wahrscheinlich aber eher schon seit ich als Kind Löwenzahn gucken durfte), und grade mal wieder stärker, was ich daran merke, wie oft ich nach Bauwagen-Fotos oder Bauwagen bei ebay gucke, natürlich nur zum Spaß. *träum*
Als ich vor 6 Jahren den Mann(TM) kennenlernte und wir darüber nachdachten, ob er zu mir nach Deutschland kommen soll, habe ich eines nachts geträumt, wir würden zusammen eine Zugfahrt machen und hätten keinen gültigen Fahrschein (ohne die Absicht gehabt zu haben, schwarz zu fahren, eher weil irgendwas geändert worden war und unserer nicht galt). Der Traum war eine (subjektiv) lange und aufregende Actionsequenz, in der wir uns auf verschiedene Weise (im Klo, auf dem Dach, in der Gepäckablage...) vor dem Kontrolleur versteckt haben.
Nach dem Aufwachen war ich sehr fröhlich und begeistert und hatte ein enorm romantisches Gefühl von "Wir werden alle Hindernisse gemeinsam überwinden". Als ich ihm davon erzählt habe, war er not amused und meinte, das bedeute eher, ich gestehe unserer Beziehung keine Legitimität zu (womit er mehr recht hatte, als ich damals je hätte ahnen können) und fügte dann noch im Scherz hinzu, und außerdem sei es ein extrem schlechtes Omen für die Bürokratie, die vor uns liege.
Und bis heute ist es wirklich so, daß jede Kleinigkeit, für die man ein Amt oder eine Bank braucht, wenn sie ihn oder uns beide betrifft, mindestens eine Iteration von zusätzlichen Hindernissen durchläuft, die dann meistens der Fehler des jeweiligen Amts sind und außer einem halben Jahr Verzögerung keine Konsequenzen haben, aber meinen entspannten Umgang mit Bürokratie ("wird schon klappen") hab ich, seit wir zusammen sind, gründlich verloren.
Zu den Alltäglichkeiten, die mir immer noch große Rätsel aufgeben, gehören die Rituale des Grüßens.
Ich radle jeden Morgen die selbe Strecke zur selben Uhrzeit, und abends zurück. Dabei kommen mir immer die selben Menschen entgegen. Ich kapiere die Regeln noch nicht ganz, aber ich habe (von wem eigentlich?) gelernt: Man grüßt. Also grüße ich. Ein bißchen. Eher passiv, dh ich gucke, ob jemand grüßt, und grüße dann zurück.
Und beobachte.
Neben vielen netten Leuten, die einfach freundliches Wiedererkennen ("Ach, Sie sind ja auch jeden Morgen hier") oder auch freundliches Zurkenntnisnehmen des fremden Artgenossen ausdrücken, gibt es auch viele (überwiegend ältere und eher ...bodenständige Menschen), die mit einer gewissen missionarischen Ausstrahlung ("jetzt zeig ich der Jugend von heute aber mal, was Benehmen ist") wild um sich grüßen, ohne dabei aber in irgendeiner Weise Freundlichkeit auszustrahlen. Und dann verstehe ich den Sinn nicht. Oder zumindest nicht, warum es was Tugendhaftes sein soll, Leute anzugrunzen.
Wie in meinem Industriepraktikum, wo man zwischen 11.00 und 15.00 Uhr, völlig unabhängig von Ort und Gelegenheit, alle Leute mit einem entschiedenen "Mahlzeit!" anbrüllen mußte, wenn man nicht negativ auffallen wollte. Was soll denn das bringen?
Das Grüßen kann alles mögliche transportieren, Respektsbekundung, Zurkenntnisnahme, Reviermarkierung, dumme Anmache, Bevormundung, und ich find es ungemein anstrengend und unnötig, jeden Morgen (wenn ich eh noch knautschig bin) von all diesen fremden Leuten soviel verschiedene Signale zugeworfen zu kriegen und sie beantworten zu "müssen". Gar nicht reagieren wäre ja auch eine Antwort. Ich glaube, ich fände es netter, man würde Fremde generell nur leicht anlächeln und ansonsten in Frieden lassen.
Da wünsch ich mir dann manchmal die Anonymität der Großstadt (haha, Freiburg, die Großstadt) und der studentisch wechselnden Fahrzeiten zurück...