nah am wasser

Schon seit Jahren bin ich immer leichter zu rühren, kommen mir leichter die Tränen; gerade und oft auch aus einer Art von sehnsüchtiger Begeisterung für -- fast alles.
Ich fühle mich so schnell ergriffen, berührt, begeistert, von Musik, Landschaften, Zeichnungen, Menschen, die sich irgendwas Wunderbares trauen, Menschen, die lächeln, Menschen, die kämpfen....... Oft reicht eine Blumenwiese, ein schöner Satz von Proust, ein Akkord, oder ein paar Sätze im Radio, und mir kommen die Tränen.

Ich fange mich schnell wieder. Weigere mich auch, mich dafür zu genieren, auch wenn das manchmal irritierend ist. Aber bleibe immer ein bißchen hungrig und sehnsüchtig zurück, weil ich nicht nah genug ran kann, nicht genug Teil davon bin, und das jeweilige Gefühl auch nicht befriedigend teilen kann; weil ich nicht mal wüßte, wie ichs beschreiben soll. Ich träume oft, ich könnte irgendwie singen oder schreien, in einer Weise, die genau so stark ist wie dieses Gefühl, und ich würde dadurch echt und wahr, und verstanden.
Muriel (Gast) - 8. Jan, 18:30

Ich finde es ganz schade und frustrierend, wie unsere Gesellschaft mit Tränen umgeht.
Das kenne ich nämlich teilweise auch. So doof das klingt, ich weine öfter mal wegen Sachen, die ich selbst geschrieben habe (neben all dem, was du geschrieben hast), und weiß, dass ich das besser verbergen sollte, wenn ich meine Ecke dann wieder verlasse, weil das Umfeld entweder mit besorgter Verunsicherung, verunsicherter (und aufdringlicher) Sorge oder meinetwegen auch mit schlecht verborgener Geringschätzung reagiert, wobei die ersten beiden das weitaus ärgerlichere Problem sind.
Ich weiß nicht, ob das eine Besonderheit von mir ist, aber wenn ich weine, heißt das nicht unbedingt, dass es mir schlecht geht und ich Trost und Hilfe brauche. Eigentlich sogar fast nie. Wenn ich Hilfe brauche, frage ich meistens, statt zu weinen und Trost hab ich als Konzept nie ganz verstanden.
Oder so.

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"Ma dove?" ist italienisch und heißt "Aber wo?".
Der "Name" ist eigentlich zufällig an mir hängenge-blieben, paßt aber bestechend:
Ich suche.
Den Sinn des Lebens, meinen Platz in der Welt, meinen eigenen Stil, und eigentlich ständig meinen Schlüsselbund. Bislang mit mäßigem Erfolg, aber unverdrossen.
Um herauszufinden, was ich denke, lese ich gerne hier nach. Dafür muß ich es aber erst schreiben.
Daher das blog.


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