Unnötig kompliziert

Sonntag, 26. Dezember 2010

Räumpflicht

Nach längerem Gezerfe gebe ich dem Mann nach, der mir vorgeschlagen hat, meine Werkstatt-Vermieterin anzurufen, um zu fragen, wie die Schneesituation vor der Werkstatt ist und ob ich überhaupt kommen und schippen muß.
Sie sagt freundlich: Gut, daß ich anrufe; es gehe bestimmt auch so, man könne halbwegs laufen und ich könne mir das Räumen sparen.

Was ich mich jetzt frage (nachdem der Mann mich gefragt hat):
Warum erscheint es mir komplett unzumutbar, sie anzurufen (obwohl sie mir das schon öfter angeboten hat und erwiesenermaßen sehr nett ist), und deutlich "einfacher", mich stundenlang mit nicht fahrenden öffentlichen Verkehrsmitteln und knietiefem Schnee auseinanderzusetzen, dann dort erfolglos ein bißchen auf dem Gehweg rumzukratzen und wieder heimzukriechen?
So unzumutbar, daß ich eine halbe Stunde lang mit dem Mann streite, um ihn davon zu überzeugen, daß ich sie auf keinen Fall anrufen und stören kann?

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Betriebsblindheit

Meine Werkstatt ist seit zweieinhalb Jahren in diesem Räumlichkeiten, und ich habe gerade eine gut sichtbare Fläche (Front des Waschbeackenunterschranks) "gefunden", die ich seither noch NIE geputzt habe, obwohl sie unglaublich versifft ist UND ich alles drumrum (Waschbecken, Fliesenwand, Fußboden, sogar das Schrankinnere) mehr oder weniger regelmäßig saubermache. Unerklärlich.
Hat sich dafür jetzt auch gelohnt :o)

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Und wie verbringt Ihr so Eure Zeit?

Kennt ihr das bescheuerte Gefühl, gerade einen langen, hochemotionalen Kommentar über lange Unterhosen und ihre Vor- und Nachteile geschrieben zu haben (der der Welt nichts Neues brachte) und dann zu der Erkenntnis gelangt zu sein, daß das ein klein wenig übertrieben ist und daß man eigentlich ja arbeiten und nur einen Preis im Internet nachgucken sollte und nicht rumschwätzen, und ihn deshalb gelöscht zu haben und daraufhin den Sinn des Lebens zu hinterfragen, ohne Ergebnis?

Samstag, 27. November 2010

Nein. Wirklich nicht. Auf keinen Fall.

Ich hasse ungebetene Ratschläge.

Ich hasse sie, weil sie mir das Gefühl geben, die ratschlagende Person geht davon aus, daß ich dümmer bin als sie, anstatt anzunehmen, daß ich meine Gründe habe, etwas anders zu machen, als sie es machen würde. Und es ist erfahrungsgemäß so, daß ich eher selten dümmer bin und sehr häufig Sachen anders mache als andere Leute...
Aber ich hasse sie vor allem, weil ich nicht Nein sagen kann; weil ich also für diesen Fall, daß der Rat mir nichts nützt, weil ich meine Gründe habe, große Schwierigkeiten habe, ihn dankend abzulehnen, und deshalb meine, ich müßte irgendwie sowas brabbeln wie "Oh, ja, danke, sehr nett von Ihnen, sehr hilfreich, ich werde das berücksichtigen!", und mich dann hinterher in der Klemme fühle, weil mir von ersten Moment an klar war, daß ich einen solchen Müll auf keinen Fall berücksichtigen werde, ich jetzt aber denke, ich muß.

Nach nur dreieinhalb Jahren Psychotherapie *lach* nähere ich mich einem Punkt, wo ich es für möglich halten könnte, dann einfach freundlich zu danken und NICHT zu sagen, daß ich den Rat umsetzen werde. Sondern unter Umständen sogar, daß nicht.

Und das ist ein guter Zeitpunkt. Jetzt ist nämlich die Jahreszeit, in der viele meiner Kunden, mit Sicherheit wohlmeinend, aber in dem Tonfall, in dem ich einem 4jährigen Kind erklären würde, daß es vor dem Überqueren einer Straße gucken muß, ob Autos kommen, meinen, mich auffordern zu müssen, meine Schaufenster weihnachtlich zu dekorieren, weil das sonst dem Geschäft abträglich ist.

Das kommt überhaupt nicht in Frage. Erstens habe ich soviel Arbeit, daß ich es mir zeitlich nicht leisten kann, rumzudekorieren. Zweitens bin ich im Moment nur dankbar, wenn weniger Kunden kommen. Und wer deshalb nicht reinkommt, der kann mir erst recht gestohlen bleiben. Und vor allem hasse ich Weihnachtsdeko, insbesondere kommerzielle, und überhaupt.

Also ist das eine wunderbare Chance, das Ablehnen zu üben.
Ich habe Anfang November bei "Mal sehen" angefangen und bin dabei, mich zu einem direkten "Danke, aber ich glaube nicht." zu steigern. Und werde bemerken, daß nichts Schlimmes passiert und sich niemand daraufhin umbringen wird.

Hoffentlich.

Bild geliehen von japanblog.de
Ein Beispiel für schreckliche Weihnachtsdeko

Montag, 22. November 2010

*schmacht*

Bin ich grade irgenwie rollig oder rufen hier heute nachmittag rein zufällig ständig Männer mit TOTAL erotischer Stimme an?

Montag, 8. November 2010

Ich habe eine Meise!!

Sie sitzt in meinem Schaufenster in der Deko.
Weiß der Teufel, wie sie da reingekommen ist - und wie ich sie da wieder rauskriege.
Letzteres werde ich jetzt versuchen herauszufinden.

Ergänzung 9:32 Uhr:
Mein Anti-Konfliktteam konnte die bereits relativ erschöpfte Meise schließlich davon überzeugen, sich hinausgeleiten zu lassen. Gewaltsame Räumung war nicht erforderlich, und der Betrieb kann nun mit leichter Verspätung aufgenommen werden.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Wann, wenn nicht jetzt?

... Wer, wenn nicht wir?

Diesjahr muß es sein... bisher war mein Leidensdruck offensichtlich noch nie größer als der Alltagsstreß, deshalb hab ich es nie zu den Castorprotesten geschafft. Aber jetzt kann ich mir ja nicht mal mehr mit größtmöglicher Naivität irgendwelche Hoffnungen auf einen Atomausstieg von oben machen. Dann muß er halt von unten kommen...

- Großdemo am 6.11. 2010 in Dannenberg (Wendland)RTEmagicC_SONNE-jpg
- Angemeldete, normale, 100% legale Veranstaltungen (Wendland)

Blockaden:
- Südblockade in Berg (Pfalz) (Ich denke, da werde ich sein)
- X-tausendmal quer (Wendland)
- Widersetzen (Wendland)

Handarbeit:
- castor-schottern.org

Für wen da nichts dabei ist, derdiedas kann wenigstens seinen eigenen kleine Atomausstieg basteln und zu echtem Ökostrom wechseln:
- EWS Schönau (das sind auch so tolle Leute!!!)
- Greenpeace Energy

Freitag, 29. Oktober 2010

Klammeraffe

Der Kunde ist Mitte Neunzig und fast blind, aber geistig noch voll auf der Höhe, und er weiß genau, was er will. Und dafür braucht er bestimmte Photos, die er in seiner Heimatstadt in Auftrag gegeben hat.

Heute rief er an: Nachdem ihn die Leute dort mehrfach vertröstet haben, hat er heute endlich jemanden erreicht, und die Dame habe ihm gesagt, "die Photos seien aber nicht schön, und man brauche e-mail, um sie schön zu machen". Ob ich jemanden kenne, der das habe.
Ich konnte ihm also stolz versichern, mein Geschäft verfüge über e-mail, und ich werde sie dann schon "schön machen", was auch immer das heißen mag.

Er selber sehe ja nicht gut und könne deshalb auch nicht gut schreiben, aber er habe einen jungen Assistenten bei sich, dem ich meine "e-mail-Nummer" diktieren solle. Lautes Rascheln, leise erklärende Worte im Hintergrund, dann kommt der "junge Assistent" an den Apparat. Er ist, wie ich später erfahre, 71 Jahre alt und relativ schwerhörig. Er sucht mühsam etwas zu schreiben. Dann soll ich diktieren.
Ich beginne mit "info...", muß das mehrfach buchstabieren und umschreiben und ahne schon das Problem: Bei "...@..." stürzt der Assistent ab. Davon habe er noch nie was gehört, ich sollte ihm jetzt eine richtige e-mail-Nummer diktieren, so habe das doch keinen Zweck. Ich versuche es mit "Klammeraffe?", was sich als Fehler herausstellt, denn jetzt fühlt er sich erst recht veralbert. Es gelingt mir also auch nicht mehr, ihn dazu zu kriegen, daß er "at", "ät" oder auch nur einen Kreis malt, irgendwann gibt er mich verärgert dem Kunden zurück. Dieser ist erstaunlich wohlwollend und versucht trotz seiner Blindheit, meinem Diktat zu folgen, schreibt wohl auch "(at)" in irgendeiner Form auf, sieht sich aber hinterher nicht in der Lage, das eigene Geschriebene den Leuten in seiner Heimantstadt vorzulesen, und der Assistent bockt immer noch.

Schließlich biete ich an, selber dort anzurufen und meine email-Adresse durchzugeben. Er nimmt dankbar an.
Müßig zu erwähnen, daß die Telefonnummer, die er mir durchgegeben hat, nur zu einem komischen, mißtrauenerweckenden, entfernt besetztzeichenähnlichen Geräusch verbindet. Mit den vagen Informationen, die ich über die Firma hatte, habe ich mir jetzt ihre "e-mail-Nummer" ergoogelt und dort hingeschrieben. Mal sehen, ob das noch was wird.

Ärgrlh

Zu den Dingen, deren Sinn sich mir (zumindest für den normalen Schreibtischbetrieb) nie wirklich erschlossen hat, gehören Funktastaturen. Das einzige, was bei ihnen anders ist, ist aß alepaarMnate so ei lane Phseommt,i erdie atternshwch sdundmnkee nut. Sße!

Samstag, 23. Oktober 2010

Spontanaktionen II

Ich habe heute morgen ganz spontan beschlossen, nochmal nachzugucken, wo genau in Köln die kleine Fachmesse denn ist und dabei fast versehentlich auch bemerkt, daß sie nicht heute, sondern morgen stattfindet. Also schon immer. Ich habs mir nur falsch gemerkt.
Daraufhin habe ich, ebenfalls spontan, darauf verzichtet, 3-4h mit dem Zug nach Köln zu fahren und dann dort SEHR dumm aus der Wäsche zu gucken.

Stattdessen habe ich mich in irgendeinen Regionalzug geworfen und bin meinen Eltern hinterhergefahren, die irgendwo gegen Nazis demonstrierten, habe die Demo dann auch gefunden, kurz erschrocken gedacht, das sei die Gegenseite, weil es da immer auch Grüppchen gibt wo wenn man nicht versteht, was sie skandieren, und dann halt Fahnenfarbe, Kleidung, und spontane unfriedliche Ausstrahlung nicht auf Anhieb unterscheiden kann... naja..., mich dann erst recht gefreut, daß ich bunt und fröhlich angezogen war, mich zum ebenfalls demonstrierenden Bürgertum gesellt und dort eigentlich sehr wohl gefühlt.

Dann habe ich heute Abend gekocht: Reste mit frischen Kräutern und viel Käse überbacken, und jetzt les ich noch ein bißchen.
Und fahre MORGEN nach Köln.

Dazugekommen

Huch, eigentlich gibt...
Huch, eigentlich gibt es das Blog doch schon gar nicht...
madove - 27. Jun, 16:07
Ein Lebenszeichen! Wie...
Ein Lebenszeichen! Wie schön!
Conradin - 25. Jun, 21:58
Hach, Gesprächsfetzen....
Hach, Gesprächsfetzen. <3 Mein Radio.
rebekka (Gast) - 2. Sep, 20:43
Echt?
Mal testen. Hm.
David (Gast) - 27. Mai, 17:24
yeeeeey
ich bin gerade so strahlefroh!! geil, dass das ein...
tonja (Gast) - 8. Mär, 15:46
Das ist ja schon witzig......
Das ist ja schon witzig... Du hast wirklich sehr sehr...
madove - 19. Jan, 22:00

Über mich

"Ma dove?" ist italienisch und heißt "Aber wo?".
Der "Name" ist eigentlich zufällig an mir hängenge-blieben, paßt aber bestechend:
Ich suche.
Den Sinn des Lebens, meinen Platz in der Welt, meinen eigenen Stil, und eigentlich ständig meinen Schlüsselbund. Bislang mit mäßigem Erfolg, aber unverdrossen.
Um herauszufinden, was ich denke, lese ich gerne hier nach. Dafür muß ich es aber erst schreiben.
Daher das blog.


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