Donnerstag, 12. April 2012

Blogroll-Ergänzung

Aus gegebenem Anlaß:

Draußen nur Kännchen
Die liebe Nessy hab ich früher schonmal gern gelesen, dann aus den Augen verloren und jetzt wiederentdeckt und irgendwie ist sie eher noch besser geworden. Unterhaltsam und anekdotisch und trotzdem überhaupt nicht oberflächlich. Im Gegenteil.

Faszienierend,

wievielen Menschen, mit denen ich reden muß, es gelingt, in weniger als drei Sätzen von einem beliebigen Thema (letzte Beispiele: Briefmarkenalben, Krebsbehandlung, Autoreparatur) darauf zu kommen, daß eigentlich das Hauptproblem ist, daß hier alle diese faulen Ausländer rumhängen und sich noch über die tapfer arbeitenden und unter der Steuerlast zusammenbrechenden Deutschen lustig machen, jawoll.

Ich hatte ja gehofft, meine Alltagsverkleidung als Hippie-Hobbit würde mich als ungeeignete Zielgruppe kenntlich machen, aber das Bedürfnis, diese These überall hinzukotzen zu verbreiten, scheint immer mehr Leute geradezu zu überwältigen.
Ich frag mich immer, ob ich die schlimmer finde, die sich vor lauter Geifer nicht einmal daran erinnern, daß ich mit einem Italiener zusammenlebe, oder die, die die Güte haben, ihn explizit auszunehmen.

Jedenfalls ist mir jetzt schlecht und ich will mir am liebsten einen anderen Automechaniker suchen.

Donnerstag, 5. April 2012

Ich bin noch da.

Ich weiß nur nicht so richtig, wo.
Es gibt so Tage, oder auch mal Wochen.

Ein bißchen verheddert - einerseits in der Arbeit und der Aufarbeitung von einem professionellen Patzer (Meinem ersten wirklichen. Ich dachte wirklich, ich mache keine. *lach*) und andererseits in zuvielen wirren Gedanken.
Ich stelle zuvieles gleichzeitig in Frage, hebe alle beide Füße gleichzeitig vom Boden, und dann schwankt zu viel zu laut zu gleichzeitig, sodaß ich es nicht mal sinnvoll aufschreiben kann.

Aber ich kenn das ja schon: inzwischen denkt es schon alles immer schneller, das heißt, die Zyklen des geistigen AndieWandfahrens werden immer kürzer, und das ist normalerweise der Punkt, wo es dann bald wieder durchbricht, ein bißchen wie durch die Schallmauer, zurück in die Normalität.
Bis ich dann wieder von vorne anfange zu sehen, daß die überhaupt nicht normal ist.

Aber dazwischen wird Zeit zum Bloggen sein.

Vielleicht ist es auch gar nicht so cool, wie's klingt, sondern einfach nur Migräne?
Ich hasse es, einzweimal im Monat auf die verfickte Pharmaindustrie angeweisen zu sein, um irgendwie krabbeln zu können. Das ist, ganz ehrlich, meine Hauptangst vor dem großen Sozialrevolutions-Börsencrash-Umweltkatastrophen-Atomkrieg-Weltuntergang: Daß ich mir dann keine Triptane mehr leisten kann, oder es keine mehr gibt.


Aber eigentlich ist alles gut. Echt.

Montag, 26. März 2012

"SAUERBRATEN"

schlägt mir google vor, wenn ich nach "Saarpiraten" suche.

Aber die gestrige "Welche große Koalition hätten Sie denn gerne"-Darbietung aus dem Saarland war durchaus unterhaltsam. Und ob ich mich mehr über die Piraten freue oder über die FDP, das weiß ich selbst nicht so genau.

Mit den Piraten bin ich längst nicht in allen Punkten einer Meinung, aber sie sind mir generell sympathisch und füllen eine Lücke; und ich mag diesen Liquid-Democracy-Gedanken....

Und warum man die FDP überhaupt noch nennt und nicht unter "Sonstige" einordnet, wie die Familienpartei (wtf?) die fast anderthalbmal soviele Stimmen hat, läßt sich wahrscheinlich auch nur historisch erklären.

Dienstag, 20. März 2012

you've won

Gestern hat mir meine Therapeutin zum ersten Mal einfach Recht gegeben, ohne eine mich ins Grübeln stürzende Bemerkung parat zu haben. Ich frage mich, ob ich jetzt das Level gewonnen habe oder nur einen Bug exploited? Aus der Tatsache, wie unglaublich bestätigt und unbesiegbar ich mich dadurch fühle, schließe ich aber, das das Spiel noch nicht vorbei ist ;-)

Sonntag, 18. März 2012

Gauck für alle!

Nein, das ist nicht der Präsident meines Herzens, und ich möchte mich auch gar nicht weiter mit der seltsamen Aufführung heute nachmittag beschäftigen, aber der Titel paßt so schön:
Wir erinnern uns an die Bedeutung, mit der der Name vor dem Präsidentenballett hauptsächlich assoziiert wurde, nämlich mit der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes, die den bespitzelten Opfern die Möglichkeit gibt, Einsicht zu erhalten in die Aufzeichnungen, die die Stasi über sie gesammelt hat.

Nun hat ja die BRD im Gegensatz zur DDR nicht fertig, und ihr Inlandsgeheimdienst, der Verfassungsschutz, damit leider auch nicht.
Aber letzterer doch zumindest fast, wenn man sich so anschaut, was der sich in den letzten paar Jahren geleistet in den letzten 62 Jahren geleistet hat. Und immer noch leistet.
Ich plädiere ja für Abschaffen, und wenn unbedingt nötig Aufbau einer neuen, stärker parlamentarisch kontrollierbaren Einrichtung, die vielleicht auch nicht in ihrer Entstehung massiv von Gestapo-Personal durchzogen war (die "Aufklärung" dazu läuft noch. Man hat immerhin 2009 damit angefangen und muß jetzt wahrscheinlich noch warten, bis der letzte verstorben ist, eh man was veröffentlicht) und deren Hauptbeschäftigung nicht darin zu bestehen scheint, die NPD zu finanzieren...

Leider ist das aber nicht seine einzige Beschäftigung, sondern er amüsiert und amüsierte sich auch mit der peniblen Überwachung von allem, was links vom rechten Flügel der SPD ist.

In meinem persönlichen Umfeld gibt es zB eine Menge Betroffener des sogenannten "Radikalenerlasses", also Leute, die in den 70er und 80er Jahren vor einer Einstellung als Beamte in den Staatsdienst standen und dann durch eine sog. "Regelanfrage" beim Verfassungsschutz mit Erkenntnissen konfrontiert wurden, die "belegten", daß ihre politische Einstellung verfassungsfeindlich sei, und die deshalb nicht verbeamtet, sondern entlassen wurden.
Wohlgemerkt bei fachlicher Eignung, und ohne irgendwelche ungesetzlichen Handlungen begangen zu haben, sondern rein aufgrund ihrer Einstellung, die abzulesen war bespielsweise an der Teilnahme an pazifistischen Demonstrationen, Unterschriftsleistung für den Umweltschutz, Wohnen in einer Wohngemeinschaft oder Mitgliedschaft in einer nicht verbotenen Partei oder Organisation, die der Verfassungsschutz für gefährlich hielt (wie z.B. der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, VVN).

Das Ganze war eine total skurrile Praxis der Gesinnungsdiskriminierung, die in der Zwischenzeit vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) und von der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO oder ILO) verurteilt und von Willy Brandt, der den Radikalenerlass 1972 beschlossen hatte, immerhin als "Fehler" bezeichnet wurde. (Was das Land Baden-Württemberg nicht daran hinderte, es danach in den 2000er Jahren(!) nochmal an einem Bewerber zu probieren, da waren aber zum Glück die Gerichte vor.)
Also alles in allem eine eindeutig unrechtmäßige und (hoffenlich!) der Vergangenheit angehörende Praxis, in der der Verfassungsschutz als Lieferant dieser "Indizien" seine unrühmliche Rolle gespielt hat.

Neben der Frage nach Entschädigungen (da sind große materielle und psychische Schäden entstanden, die materiellen machen sich unter anderem auch gerade jetzt deutlich bemerkbar, wo ein Großteil der Betroffenen das Rentenalter erreicht und die Quittung für ihre unverschuldet gebrochenen Erwerbsbiographien bekommt), stellt sich natürlich auch die Frage nach den Verfassungsschutz-Akten. Es gab immer mal wieder Situationen, wo ein Betroffener Einblick in Ausschnitte davon erhielt, entweder natürlich indirekt durch die Vorwürfe, die ihm gemacht wurden, oder auch, weil ihm versehentlich Unterlagen ins Blickfeld gekommen sind, die vielleicht eigentlich nicht für ihn bestimmt waren.
Es zeichnet sich ein absurdes Bild der beeindruckend umfangreichen Bespitzelung, einerseits tatsächlich durch Verfassungsschutz-Mitarbeiter, die den Inhalt von Veranstaltungen oder Flugblättern wiedergeben, ohne ihn wirklich zu verstehen, immer auf der Suche nach linken Schlagwörtern wie zB "rot", andererseits durch Kollegen und Freunde, die entweder aus einer Art Erpressungssituation heraus oder auch aus falsch verstandener Staatstreue Auskunft über Verhalten und Gesinnung der Bewerber geben.

Kurz: Man darf sich eine solche Akte wohl ähnlich vorstellen wie diese klassichen Stasifälle aus FilmFunk&Fernsehen, und aus der gleichen Motivation heraus würde man sie gerne kennen - es wäre schon nett zu wissen, welche der Freunde und Kollegen meinten, komisch verzerrte Diskussionsfetzen aufschreiben und weitergeben zu müssen, und auf welchen absurden Erkenntnissen eine solche Entlassung beruhte, und auch, welche Art der Überwachung also auch heute noch angenommen werden muß, zumindest bei denen, die der Verfassungsschutz für staatsgefährdend hält, wie zB. linke Parlamentsmitglieder.

Daher der Titel dieses Eintrags:
Es ist wirklich Zeit für eine Offenlegung und Aufarbeitung dieser Akten.
Einzelne Betroffene haben schon Antrag auf Akteneinsicht gestellt und mehrfach die Auskunft bekommen, es läge nichts über sie vor, was mindestens ...überraschend ist, weil sie ja damals in Anhörungen explizit mit den Erkenntnissen konfrontiert worden sind.

Für mich persönlich, die ich mehrere dieser Betroffenen kenne, ist das Interesse vor allem anekdotischer Natur: Ich will wissen, welche Leute in meiner Stadt wen wie verpfiffen haben. Und ich will lachen über die hysterischen Mißverständnisse, die aus Einkaufslisten und Chansontexten gefährliche kommunistische Geheimbotschaften machen, und mich fragen, ob wirklich irgendwo jemand mitschreibt, wenn ich unter der Dusche die Internationale singe, und man mir das vorgehalten hätte, falls ich mich irgendwo für den öffentlichen Dienst beworben hätte.

Aber für viele der Betroffenen geht das Interesse an der Offenlegung natürlich weit darüber hinaus, greift tief in ihre Biographie und ihr Selbstverständnis ein und ist ein notwendiger Bestandteil der Aufarbeitung dieses wirklich widerlichen Auswuchses westdeutscher Geschichte; immer hoffend, daß er Geschichte bleibt.

Montag, 12. März 2012

Quality time

Einmal im Jahr, höchstens, kommt G. aus Hamburg hierher zurück in die Gegend der Schandtaten ihrer Jugend, zu denen unter anderem gehörte, regelmäßig auf das Baby von Freunden aufzupassen.

Die Freunde waren meine Eltern, das Baby war ich.

G. ist inzwischen Mitte 50 und für mich sowas wie eine Mischung aus sehr großer Schwester und ältester Freundin. Ich habe sie seit meiner Kleinkindzeit mit Glück einmal im Jahr gesehen, aber das war und ist immer ein großer Anlaß zur Freude für mich, und ich glaube, seit ich etwa auf Augenhöhe gewachsen bin, auch für sie.

In den letzten Jahren hat sich ein Ritual herauskristallisiert: Sie kommt mich um sechs in der Werkstatt abholen. Es dauert etwa dreieinhalb Minuten, bis wir, beide ein bißchen neurotisch, das unsichere Rumwitzeln unterlassen können (und zu einem entspannt-vertrauten Rumwitzeln übergehen), dann hakt sie mich unter, wir gehen zum immer selben Italiener, trinken große Mengen teuren Rotweins zum Essen, führen albern-liebevoll-ehrlich-scharfsinnige Gespräche, als würden wir das ganze Jahr nichts anderes tun, und gegen neun bringe ich sie wieder auf den Bus. Mehr brauchts nicht. <3.

Samstag, 10. März 2012

Spontanes Assoziieren

Unser Hausarzt ist zwar nett, aber er neigt zu schnellem, badisch gefärbtem Sprechen mit metaphorischen Verdrehungen ("... damit das Immunsystem den unerwünschen Gästen den Ausgang zeigen kann"), die ihn für den Mann oft unverständlich machen. Schade, weil der Mann dank umfangreicher Allgemeinbildung und einer dem Lateinischen eng verwandten Muttersprache eigentlich mit medizinischen Fachausdrücken eher besser klarkäme als ich.
Aber so geh ich halt wenn möglich mit, um notfalls übersetzen zu können, halte mich aber erstmal im Hintergrund.

Diesmal hats auch ohne mein Zutun geklappt:
Es geht um die Reste einer Bronchitis. Der Hausarzt schaut sich das Röntgenbild an und nuschelt "Hier ist noch zuviel Schleim."
Der Mann guckt ihn nichtverstehend an, woraufhin der Hausarzt sich auf die Brust klopft, ein Gesicht zieht und sagt "Der Westerwelle, der muß da raus!"
Kommunikation wieder hergestellt.

Dazugekommen

Huch, eigentlich gibt...
Huch, eigentlich gibt es das Blog doch schon gar nicht...
madove - 27. Jun, 16:07
Ein Lebenszeichen! Wie...
Ein Lebenszeichen! Wie schön!
Conradin - 25. Jun, 21:58
Hach, Gesprächsfetzen....
Hach, Gesprächsfetzen. <3 Mein Radio.
rebekka (Gast) - 2. Sep, 20:43
Echt?
Mal testen. Hm.
David (Gast) - 27. Mai, 17:24
yeeeeey
ich bin gerade so strahlefroh!! geil, dass das ein...
tonja (Gast) - 8. Mär, 15:46
Das ist ja schon witzig......
Das ist ja schon witzig... Du hast wirklich sehr sehr...
madove - 19. Jan, 22:00

Über mich

"Ma dove?" ist italienisch und heißt "Aber wo?".
Der "Name" ist eigentlich zufällig an mir hängenge-blieben, paßt aber bestechend:
Ich suche.
Den Sinn des Lebens, meinen Platz in der Welt, meinen eigenen Stil, und eigentlich ständig meinen Schlüsselbund. Bislang mit mäßigem Erfolg, aber unverdrossen.
Um herauszufinden, was ich denke, lese ich gerne hier nach. Dafür muß ich es aber erst schreiben.
Daher das blog.


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